Notwendige Steuerdiskussion
Diese
Steuerdiskussion berührt mit der Steuerflucht endlich einmal
Grundsätzliches: Die inzwischen erst durch einen Rechtssystemwechsel mögliche
Freiheit. Und die Etatisten werden sich noch wundern, daß ihre Mühlen dareinst
rückwärts laufen.
Tatsächlich entsolidarisiert sich der Steuerflüchtling und dies ist das einzige,
was man ihm vorwerfen kann. Es ist die Ironie eines fragwürdigen Systems, daß
dieses selber aber nahezu jedwede Entsolidarisierung erst befördert: Nur die in
einen Nationalstaat gepreßte völkische Solidarität verbleibt gleichsam als
Zwangsverbrüderung - nicht einmal schicksalhaft, sondern ideologisiert und
idealisiert überzogen. Sippen, Familien, Geschwisterlichkeit lockern sich,
Vereine und Bünde sind in Auflösung, Glaubensgemeinschaften werden gerade noch
privat geduldet. Die von den alten Griechen verachtete und aufgegebene
Demokratie aber wird von der Polis auf einen Staat (ja gar National- oder
Superstaat) überdehnt und ist der neue Gott der vereinzelten Individuen wie der
der Massen.
Wie frei sind Menschen, die nicht einmal einen Staat ohne Steuern oder eine
Gesellschaft ohne Staat denken können, die nicht zwischen Reich und Staat
unterscheiden vermögen? Wie vernünftig sind Menschen, die die Schlächtereien der
"Revolution" im Namen von Enthemmung, Stutzerei und Zwangsverbrüderung feiern
und Mittelalter und andere Kulturen verleumden? Natürlich spüren die Menschen
ihre Ketten im „freien Westen“ kaum noch. Wer durchschaut denn beispielsweise
überhaupt noch den (staatlichen!) Monetarismus oder erkennt die Probleme von
(staatlichen!) Pressegesetzen, deren Paragraph 1 lautet: "Die Presse ist frei",
um dann seitenweise Einschränkungen zu diktieren? Wer kann (staatlich!) beschult
und qualifiziert überhaupt noch auch nur frei denken? Und gar sich befreien? Der
Steuerflüchtling macht selbst auch nur „sein Ding“ und befreit sich – nicht
andere – aus dem Steuergefängnis beschränkter Wohlfahrtsdiktaturen (armen
Familien droht elterlicher Sorgerechtsentzug!). Er ist nicht solidarisch.
Immerhin aber entzieht er den unmoralischen etatistischen Aggressoren etwas
Geld, welches sonst zur Verfolgung und Beengung der eigenen Untertanen verwendet
würde. Daß die Untertanen ihre Ketten nicht mehr spüren, heißt ja nicht, daß es
diese nicht gibt: es zeugt nur davon, wie raffiniert und wie total ihre
Wirkungen sind. So geifern diese Untertanen gegen die Steuerflüchtlinge und
wähnen sich selbst als bestohlene Herren – ganz demokratisch. Und es ist die
Totalität der Demokratien, ihr allumfassender Herrschaftsanspruch, der
tatsächlich unfrei macht. Der Menschen in Grenzen zwängt, die es nie zuvor in
der Geschichte menschlichen Zusammenlebens gegeben hat. So ist selbst eine
kleine Verbesserung nur um den Preis der Auswanderung mehr möglich. Gleichzeitig
mit der Ausdehnung des Rechtssystems als Herrschaft selbst auf Privates, dem
ungeheuren Zurückdrängen des Privaten selbst - beispielsweise durch sogenanntes
Öffentliches Recht – sind die Kosten für einen Rechtssystemwechsel immens
gestiegen. Ja, ein staatenloses Leben ist gar unmöglich geworden. Die staatliche
Herrschaft ist weltweit total geworden. Und selbst die doch recht bescheidene
Selbstbefreiung von einem kleinen Teil unmoralisch abgepreßter Steuern wird zum
inszenierten republikanischen Skandalon. Tatsächlich ist es ganz schön eng und
heiß geworden in dieser etatistischen Hölle. Die aber weder das Paradies auf
Erden noch das Ende der Geschichte darstellt. Denn diese kleine Befreiung weist
in die richtige Richtung. Noch sind die Steueroasen nicht auch ausgedörrt, noch
ist der Gedanke an Freies, an Recht, an Gutes und Edles nicht vollständig
unterjocht. Noch ist nicht alles gemein gemacht, nicht alles ge- und besteuert,
noch ist nicht alles Denken sozialisiert. Noch gibt es die Menschen, wie die
Geschwister Scholl unter den damaligen Nationalsozialisten, wie Julia in 1984
oder wie Spooner im frühen und Rand und Paul im modernen Amerika. Noch gibt es
Wasser, welches frei von Mühlen im eigenen Bette fließt.

Ich erhebe natürlich keine
Steuern, aber Sie dürfen gerne für meine Arbeit spenden.